Der Heitersheimer Poetenwinkel
Zu den großen Persönlichkeiten des Malteserordens in Heitersheim gehörte der letzte Kanzler Josef Albrecht von Ittner (1754 – 1825). Ittner fand neben seinen Regierungsgeschäften als Freund der Musen Zeit genug, sich seinen Liebhabereien zuzuwenden. Mit Vorliebe empfing er in seinem gastlichen Kanzleihaus am Schlossbuck Professoren der Universität Freiburg. Rege Kontakte pflegte er zu seinem Freund Johann Peter Hebel. Ihn wie auch andere Gelehrte empfing er gerne und plauderte mit ihnen im „Poetenwinkel“ beim Kanzlerhaus.
Der bedeutende elsässische Pfarrer Friedrich Lienhard schrieb in seinem Oberlin Roman folgendes: "Wir haben da in Heitersheim einen idyllischen Garten, worin wir Freunde einen besonders lauschigen Platz den Poetenwinkel getauft haben. Er gehört meinem Freund Ittner, dem Kanzler des dortigen Malteserordens. Nichts Schöneres als ein Gespräch mit geist- und gemütvollen Freunden! Es ist das Paradies auf Erden!"
Im Zuge der Neugestaltung des Malteserschlosses möchte die Historische Gesellschaft der Malteserstadt Heitersheim die Erinnerung an diese große Persönlichkeit wachhalten und einen Poetenwinkel beim Kanzleigebäude entstehen lassen.
Groß war die Freude bei der Historischen Gesellschaft, als Thea Zähringer und ihre kürzlich verstorbene Schwester Rösle Zähringer der Historischen Gesellschaft ihren sehr wertvollen Pavillon für die Errichtung des Poetenwinkels schenkten. Dieser steht inzwischen beim Kanzleigebäude im Park des Malteserschlosses. Er soll bei der Schlossführung am 11. Mai 2025 mit einem kleinen Rahmenprogramm eingeweiht werden.
Durch Herrn Bürgermeister Zachow kam es zum Kontakt mit dem Deutschen Literatur Archiv Marbach (DLA). Es besteht großes Interesse an Josef Albrecht von Ittner. Sein Wirken und der Poetenwinkel sollen in einen literarischen Radweg im Bereich des Südlichen Oberrheines eingebaut werden.
